Leo Stannard – Musik und Frieden Berlin – 23.03.2017

Das war als das nächste Konzert hier in Berlin. Leo Stannard, kannt ich bis zu meinem Besuch bei Milky Chance nicht. Glücklicherweise gibt es diese Menschen welche im Eingangsbereich Flyer verteilen. Einer davon fand also den Weg in meine Hände. Im Laufe des nächsten Tages hörte ich mir also die „Playlist“ des Flyer durch. Leo Stannard befand ich also als ausreichend gut um mir ein Ticket zu bestellen. Ich weiß, das hört sich forsch an. So war es auch nicht. Ich hörte seine Lieder am laufenden Band. Im Zuge der Bestellung, als kleinen Vorgeschmack, sicherte ich mir auch gleich das Eintrittspapier für Julien Baker. Spontan entschied sich auch noch ein Freund am Musikabend teilzunehmen, das kam mir durchaus entgegen.

Musik & Frieden, den Schuppen kennste wa – dachte ich. Wir wurden in einen kleine Nebenraum, die Baumhausbar, navigiert. Begonnen hat den Abend Joe Corbin. Ebenfalls ein Brite so wie Leo Stannard. Er kam mit langem lockigen Haar, die Knöpfe seines Shirts bis tief ins Brusthaar geöffnet, seine Jeans enger als die meisten Hosen der anwesenden Damen, Boots und Hänger am Ohr. Hört sich wie ein waschechter Rock ’n‘ Roller an. War es aber nicht. Er lieferte astreinen Blues und Soul ab. Man hat gemerkt dass er für die Musik lebt, seine Gestiken und Mimiken könnte man so nicht vorspielen. Als zweiter Support durfte Richard Istel, seines Zeichens Finalist bei The Voice Kids, die Bühne übernehmen. Außerdem wurde er von einem Pianist begleitet. Er präsentierte einge Deutsch- als auch Englischsprachige Titel. Unter anderen seine neue Singel „Fensterplatz“ zu der es übrigens auch ein Video gibt. Zwischen seinen Liedern wirkte er sehr zurückhaltend und schüchtern. Das hätte ich im nach hinein eher nicht erwartet, was ihn allerdings sehr sympathisch machte. Textlich hat er sicher noch Spielraum nach oben. Das macht er aber easy mit seinem Auftreten und dem Gefühl das er vermittelt wet.

Higlight des Abends, wie es wohl nicht anders zu erwarten war, war aber ganz klar Leo Stannard. Als er die Bühne betreten hat bin ich sofort aufgesprungen. Leide haben mir das nur die wenigsten gleich getan. So blieb es ein „Sitzkonzert“ was ich ein wenig schade fand. Seinen Auftritt startete er wortlos auf dem bereitgestellten Barhocker mir seiner Gitarre auf dem Schos. Es war direkt klar mit welchem Song er startet, nämlich „Lost“. Ziemlich faszinierend was der Junge Mann mit der Gitarre macht, wenn ich das so als sehr untalentierten Musiker zu beurteilen vermag. Später erzählte er wie es zu dem Missgeschick kam, dass er vor einem neuen Release eine Tour spielt. Insgeheim war es für ihn wohl ärgerlich dass sein Label das so verplant hat, was er so natürlich nicht sagen konnte. „Gravity“ so der Name des neuen Songs. Am Ende bevor er den „letzten“ Song spiete überlegte er wie er seine Zugaben spielen soll. Da die Bühne und der Club ziemlich klein sind konnte er die Bühne nicht verlassen ohne dass er den Raum verlässt und so kam er mit dem Vorschlag an sich umzudrehen und den schönen Ausblick auf die U-Bahn zu genießen. Er würde sich dann umdrehen wenn das Publikum ‚Alarm‘ macht und lautstark nach einer Zugabe verlangt. Das hätte natürlich auch gut nach hinten los gehen können wie er selbst zu verstehen gab. Glücklicherweise erwiesen sich die Zuschauer als einfühlsam und wirbelten, sogar stehend, nach mehr Songs. In der Situation war es wirklich ziemlich witzig und das kommt so vermutlich nicht ganz so rüber wie es war. So kamen wir aber noch alle in den Genuss von „In my Blood“.

Ich kann wieder nur eine weitere Empfehlung aussprechen und die kommende Tour im November nur jedem wärmstens ans Herz legen.

 

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